Interpol

Mai-Ausgabe des Monopol-Magazins

Ich bin Kunst!

Cate Blanchett in zwölf Rollen, Helge Achenbach im Interview und alles zum Gallery Weekend im neuen Monopol

23.04.2015

"Mein Fall ist sicher etwas aufsehenerregend" – so kommentiert Kunstberater Helge Achenbach im ersten Interview nach seiner Verurteilung zu sechs Jahren Haft wegen Betrugs den Skandal um seine Person. In der Maiausgabe von Monopol lehnt er eine Mitverantwortung für die grassierende Spekulation im Kunstmarkt allerdings ab: "In der Vergangenheit habe ich versucht, mit vielen Klienten langfristige Sammlungen aufzubauen, inzwischen ist es aber ein zunehmend materiell orientierter Kunstmarkt geworden. Für mich als Kunstberater stand der Sammlungsaufbau immer im Vordergrund, nicht die Beratung bei Kunst als Spekulationsobjekt", so Achenbach.

Eine schärfere gesetzliche Regulierung des Kunstmarktes und mehr Transparenz hält er nicht für praktikabel: "Kunst, jedenfalls hochwertige Kunst, ist keine Massenware, daher gibt es einige Marktmechanismen, die sich im Kunstmarkt, anders als in anderen Märkten, so gar nicht herausbilden können. Zum Beispiel wird es auch in Zukunft kaum einen echten Wettbewerb geben können. Der Satz, dass ein Kunstwerk so viel wert ist, wie jemand bereit ist, dafür zu zahlen, wird daher weiterhin Gültigkeit haben."

Die Maiausgabe von Monopol erscheint mit vier verschiedenen Covern: Sie zeigen Cate Blanchett in verschiedenen Masken, unter anderem als Obdachlose, Fernsehansagerin und Punk-Girl. Die amerikanische Starschauspielerin spricht im Heft exklusiv über ihr Projekt mit dem deutschen Künstler Julian Rosefeldt, das sich mit historischen Künstler-Manifesten beschäftigt. Der Graben zwischen Kunst und Hollywood sei kleiner als man denkt, so Blanchett: "Wenn man sich die Poesie von Terrence Malick, Apichatpong Weerasethakul, Kurosawa oder Chick Strand anschaut, gibt es da ganz entschieden ein Cross-over. Steve McQueen und Sam Taylor-Wood sind die besten Beispiele dafür. Ich fühle mich wohl, wenn die Arbeit Grenzen überschreitet, wenn es keine einfachen Antworten gibt, nur spannende Fragen gestellt werden."

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