Mein (sehr kurzer) Star-Moment in "Girls"

27.02.2014
Jerry Saltz und Lena Dunham am Set von "Girls"
Jerry Saltz und Lena Dunham am Set von "Girls"

Ich spreche einen Satz in der neuen Staffel von „Girls“. Die Rolle verdanke ich reinem Nepotismus und ich platze fast vor Stolz.

Ich bin der Pate von Lena Dunham, der Erfinderin, Produzentin und Hauptdarstellerin der Serie. Seit der ersten Staffel schickt sie mir jedesmal vor Drehbeginn eine Mail und fragt, ob ich vielleicht mitmachen würde. Ich antworte immer insgeheim aufgewühlt, aber äußerlich gelassen: „Schreib mir einen Part, und ich bin dabei.“ In den ersten beiden Staffeln hat sie nichts für mich geschrieben, was mich nicht weiter ins Grübeln gebracht hat. (Jedenfalls nicht sehr.) Aber jetzt hat es geklappt. Ich war durchaus schon öfter im Fernsehen, es geht hier nur um eine einzige Szene und ich bin mir nicht ganz sicher, ob mein Text tatsächlich zu hören ist. Aber ich glaube, ich bin ziemlich super.  ... weiterlesen

Die Nacht ist die ideale Zeit, um durchs Metropolitan Museum zu schlendern

19.02.2014
Am besten am Abend: Metropolitan Museum of Art (Foto: dpa)
Am besten am Abend: Metropolitan Museum of Art (Foto: dpa)

Meine Frau und ich haben seit langem ein regelmäßiges Freitagabend-Rendezvous im Met. Freitags und samstags hat es bis neun Uhr abends auf und man erlebt um diese Zeit ein ganz anderes Museum. Die Touristen haben sich schon davon gemacht; die Stimmung am Abend wirkt wesentlich beschaulicher und erinnert an die Zeiten, als Museen noch eher geheimnisvolle als betriebsam wimmelnde Orte waren. Man begegnet anderen Stammgästen, grüßt sie lächelnd und fühlt sich ihnen im Wissen um die besondere Situation verbunden.

Zu unserem Ritual gehört auch der Besuch der Cafeteria im Untergeschoss, wo wir uns einen schwarz-weißen Cookie teilen. Manchmal schauen wir auch in der eleganten Balcony Bar in der Empfangshalle vorbei, wo an den Abenden ein Kammerensemble spielt. In die Livemusik mischt sich der Hall von schepperndem Geschirr, und man fühlt sich ein bisschen an die Piazza San Marco in Venedig erinnert.  ... weiterlesen

Kunst auf Armlänge: Jerry Saltz über Selfies

03.02.2014
Parmigianino "Selbstporträt im konvexen Spiegel", 1523/24
Parmigianino "Selbstporträt im konvexen Spiegel", 1523/24

1. Die Definition einer neuen Form


Wir leben im Zeitalter des Selfies. Das schnelle Selbstporträt wird mit der Kamera des Smartphones aufgenommen und dann umgehend in die sozialen Netzwerke eingespeist, als unmittelbare visuelle Mitteilung, wo wir uns befinden, was wir gerade tun, wie wir uns sehen und wen wir als möglichen Betrachter vermuten. Das Selfie hat verschiedene Aspekte der sozialen Interaktion, der Körpersprache, des Selbstbewusstseins, des Privaten und des Humors beeinflusst und Zeitempfinden, Ironieverständnis und die öffentliche Selbstdarstellung verändert. Dabei hat es sich zu einem neuen visuellen Genre entwickelt – es unterscheidet sich wesentlich von allen historischen Formen des Selbstporträts. Das Selfie besitzt strukturelle Autonomie, was in der Kunst ein ziemliches Ereignis darstellt.   ... weiterlesen

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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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