Zurzeit ist sogar George W. Bush ein besserer Künstler als James Franco

05.05.2014
 James Franco (Foto: dpa)
James Franco (Foto: dpa)

Die Kunstkritikerin Roberta Smith (meine Frau) hat eine vernichtende Kritik über James Francos „New Film Stills“ in der Pace Gallery geschrieben. Franco stellt darin in 65 albernen, selbstverliebten, mit ihm selbst als Quasi-Crossdresser besetzten Bildern Cindy Shermans „Film Stills“ aus den Jahren 1977- 80 nach (Abbildungen auf der Seite der Galerie). Der letzte Satz aus Robertas Rezension bringt die Sache auf den Punkt: „Irgendjemand oder irgendetwas möge ihm bitte Einhalt gebieten.“ Amen.

Ich liebe Franco als Schauspieler. In „Spring Breakers“ fand ich ihn unglaublich. (Diese eine Szene, in der er auf dem Bett herumhüpft und mit seinen Besitztümern protzt, ist schlicht fantastisch!) Er glänzt in jeder einzelnen Sekunde von „127 Hours“. Aber bei jedem seiner unermüdlichen Versuche als bildender Künstler kommt einfach nur schlechte Kunst heraus. Oder Zeugs, das aussieht wie Kunst, aber trotzdem schlecht ist. Den eigentlichen Kern des Problems deutet wiederum ein brillant-hintersinniger Kommentar von Cindy Sherman selbst an: Vom „Gallerist“-Magazin nach ihrer Meinung zu Francos Kunst gefragt, meinte sie in aller Bescheidenheit: „Das schmeichelt mir natürlich. Ich kann nicht unbedingt behaupten, dass es Kunst ist, aber ich finde es eigentlich merkwürdiger, dass Pace die Sachen ausstellt, als dass Franco sie macht.“  ... weiterlesen

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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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