Das Problem mit den Mega-Galerien

16.10.2013
Vor einem Jahr eröffnet: die neuen Räume von Gagosian in Le Bourget, Paris. Im Bild: Anselm Kiefer "Morgenthau Plan", 2012 (Foto: dpa)
Vor einem Jahr eröffnet: die neuen Räume von Gagosian in Le Bourget, Paris. Im Bild: Anselm Kiefer "Morgenthau Plan", 2012 (Foto: dpa)

Nichts in der Kunstwelt wird derzeit so häufig diskutiert und sorgt so zuverlässig für Betroffenheit wie die vier Kolosse. Gagosian, Hauser & Wirth, David Zwirner und Pace sind wie Elefantenbullen, Galerien, die überall und ständig herumtrampeln und dabei Künstler, Geld und Aufmerksamkeit abräumen. Dank ihrer enormen räumlichen und finanziellen Ressourcen, den weitverzweigten Filialen, der gut geölten Geschäftsmaschine, den großen Belegschaften und einem gut vernetzten Marketing legt sich ihr Schatten schwer über die gesamte Szene. Sie halten viele tausende Quadratmeter in New York allein und noch viel mehr im Rest der Welt.

Jedes einzelne der Unternehmen hat klein angefangen, getrieben von den jeweils komplexen persönlichen Ideen und Exzentrizitäten ihrer Gründer, und sie alle haben sich von dort aus zu mächtigen Unternehmen entwickelt. Alle vier stehen für Erfolg, Berühmtheit, Spektakel, luxuriöse Budgets, Schamlosigkeit, Kommerz und Monomanie. Man könnte sie Conquista-Galerien nennen. Oder Todessterne.  ... weiterlesen

ÜBER DEN BLOG
RSS Feed
Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
TAGS
ANZEIGE
KALENDER

ANZEIGE