Es ist zum Augenraufen! Wie man Yayoi Kusamas Ausstellung auch ohne langes Warten sehen kann

19.12.2013
Jerry Saltz in der Yayoi-Kusama-Installation (Foto: Jerry Saltz)
Jerry Saltz in der Yayoi-Kusama-Installation (Foto: Jerry Saltz)

Die Menschen sind immer gern dabei, wenn irgendwo viele Leute dabei sind. Sie stehen auf den merkwürdigen Irrsinn und die Ekstase der Menge. Vor allem, wenn diese Menge aus Unbekannten besteht und sich sofort in eine Subkultur verwandelt, deren wesentlicher Daseinsgrund im Dabeisein liegt. Ein primitiver, tribalistischer Impuls. (Man sehe sich nur den weißesten Flash Mob seit Hockey an: SantaCon, wofür allein in New York 30000 Leute ohne weiteren Anlass als Weihnachtsfiguren verkleidet und trinkend durch die Stadt ziehen.)

Heutzutage liebt man den Menschenauflauf auch in der Kunst. So warteten lange Schlangen vor der technologischen Angeber-Installation „Rain Room“ im MoMA und vor James Turrells belangloser Lightshow mit dem Charme eines Einkaufszentrums im Guggenheim. In letzter Zeit sieht man sie auch vor Galerien. Seit der Eröffnung am 6. November stehen die Leute vor der David Zwirner Galerie am windigen Ende der 19. Straße an und warten auf ihre 45 Sekunden in Yayoi Kusamas "Infinity Mirrored Room — The Souls of Millions of Light Years Away." (Die Ausstellung endet diesen Samstag.)  ... weiterlesen

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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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