Kunst auf Armlänge: Jerry Saltz über Selfies

03.02.2014
Parmigianino "Selbstporträt im konvexen Spiegel", 1523/24
Parmigianino "Selbstporträt im konvexen Spiegel", 1523/24

1. Die Definition einer neuen Form


Wir leben im Zeitalter des Selfies. Das schnelle Selbstporträt wird mit der Kamera des Smartphones aufgenommen und dann umgehend in die sozialen Netzwerke eingespeist, als unmittelbare visuelle Mitteilung, wo wir uns befinden, was wir gerade tun, wie wir uns sehen und wen wir als möglichen Betrachter vermuten. Das Selfie hat verschiedene Aspekte der sozialen Interaktion, der Körpersprache, des Selbstbewusstseins, des Privaten und des Humors beeinflusst und Zeitempfinden, Ironieverständnis und die öffentliche Selbstdarstellung verändert. Dabei hat es sich zu einem neuen visuellen Genre entwickelt – es unterscheidet sich wesentlich von allen historischen Formen des Selbstporträts. Das Selfie besitzt strukturelle Autonomie, was in der Kunst ein ziemliches Ereignis darstellt.   ... weiterlesen

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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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