Sklaven der Liebe: Am Stand der Kölner Galerie Susanne Zander auf der Independent

12.03.2014
Jerry Saltz am Stand von Susanne Zander
Jerry Saltz am Stand von Susanne Zander

Man sagt, dass alle Lieder Liebeslieder sind. Wenn das stimmt, dann geht es vielleicht in allen Geschichten von Obsessionen immer um Liebe und Verhängnis, in der „Erziehung der Gefühle“ ebenso wie in „Lolita“, im „Sattelclub“ wie in „Moby Dick“. Ich habe gleich drei wunderbare fotografische Obsessionserzählungen am Stand der Susanne Zander Galerie auf der Independent gesehen, einer der drei Kunstmessen, auf denen ich letzte Woche war.

Die Storys fand ich in einer kompakten Vier-Personen-Ausstellung namens „Unbekannter Künstler“, in der ausschließlich Werke von anonymen Machern gezeigt wurden. Während ich mich in die Geschichten ziehen ließ und ihrem unwiderstehlichen Zauber erlag, fiel mir Velvet Undergrounds „Some Kind of Love“ ein: "No kinds of love are better than others – keine Art von Liebe ist besser als eine andere". Unabhängig von den jeweiligen anonymen Schöpfern, egal, welche Motive oder Zwangsvorstellungen sie umtrieben – in der ausgestellten Kunst erkannte man durchweg heftiges Begehren und raffiniert ausgearbeitete Fantasien, sie war von Pathos und innerer Spannung durchdrungen, wirkte manchmal ein wenig mitleiderregend, aber zugleich unglaublich feierlich.    ... weiterlesen

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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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