Jerry Saltz über die Polke-Schau im MoMA

24.04.2014

Die ausladende, extravagante Ausstellung „Alibis: Sigmar Polke 1963-2010“ ist richtig gut. Wie könnte es auch anders sein, angesichts von mehr als 260 Werken eines großartigen Künstlers. Als Polke 2010 im Alter von 69 Jahren starb, befand John Baldessari, dass „ein weniger bedeutender Künstler eine ganze Karriere auf einer einzigen Polke-Idee aufbauen könnte“. Chrissie Iles, die Kuratorin des Whitney Museums, sagte: „Ich mag Begriffe wie 'Meister' nicht besonders, aber Polke ist einer; das weiß er, und wir wissen es auch.“

Mir scheint er wie eine Art Stein von Rosette für junge Künstler zu sein, ein Künstler, dessen Lust am Material, anarchische Erfindungskraft und halluzingene, an Blake erinnernde Fantasie ihn in eine Reihe mit einflussreichen Nachkriegskünstlern wie Pollock, Johns, Rauschenberg, Warhol und seinen alten Freund (und seine Nemesis) Gerhard Richter stellt. Er hat auf ganz eigenständige, atemberaubend visuelle, hintersinnige Weise Pop, Konzeptkunst, Neo-Dada, Fluxus und Konstruktivismus vermischt, und sie mit philosophischer Tiefe, sozialem Biss und einer bemerkenswerten Kombination von Chaos und Kontrolle ausgestattet.  ... weiterlesen

ÜBER DEN BLOG
RSS Feed
Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
TAGS
ANZEIGE
KALENDER

ANZEIGE