Die 19 besten Ausstellungen des Jahres

25.12.2014
Studentin Emma Sulkowicz protestiert gegen den Umgang der Columbia-Universität mit ihren Vergewaltigungsvorwürfen (Foto: Youtube/Columbia Spectator)
Studentin Emma Sulkowicz protestiert gegen den Umgang der Columbia-Universität mit ihren Vergewaltigungsvorwürfen (Foto: Youtube/Columbia Spectator)

1. Emma Sulkowicz "Carry That Weight", Columbia University

Kunst entsteht aus vielerlei Gründen, zum Beispiel aus Empörung, messianischer Wut und dem Drang nach Gerechtigkeit. Das alles findet man in Emma Sulkowicz’ starker Performance "Carry That Weight" ebenso wie die große Tradition aktivistischer Kunst. Dabei geht es der Künstlerin hier nicht nur um ihre eigene traumatische Erfahrung, sondern auch um das Wegschauen der Columbia University. Sulkowicz’ Haltung ist klar, treffsicher, stur, unerbittlich. Seit September zieht sie mit einer 20 Kilo schweren Matratze über den Campus – einer Matratze wie die, auf der sie ihrer Schilderung nach vergewaltigt wurde. Mehr muss man dazu nicht wissen. Die Welt hat zugehört, aber die Columbia schaut immer noch weg; Sulkowicz performt weiter. Ob "Carry That Weight" zu gerechteren Zuständen führen wird, kann man nicht sagen. Ganz sicher jedoch müssen sich die Universitäten jetzt der Frage stellen, ob sie auch weiterhin die Augen vor der Situation von Frauen auf dem Campus verschließen wollen. Ein Werk reiner, radikaler Verletzlichkeit.



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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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