Der Gewinn der Auktionshäuser ist der Verlust der Kunstliebhaber

15.11.2013

In dieser Woche wurde mit „Apocalypse Now“ eines der wichtigsten Werke Christopher Wools bei Christie’s für 26 Millionen Dollar versteigert; in der letzten Woche gab es schon ein paar andere, ähnlich hohe Kunstverkäufe. Auktionshäuser wenden sich nicht an sorgfältig sortierte Museen und Sammler, sondern an den Meistbietenden. Sie wollen den Preis für ein Werk zwischen den konkurrierenden Bietern hochtreiben; die Käufer wiederum kaufen ein Werk oft nur, um es zwei Jahre später wieder abzustoßen.

So geht nun einmal Kapitalismus. Und ich bin Kapitalist. Aber die Sammlungen, die hier Stück für Stück unter den Hammer kommen, wurden oft über Generationen, Leben oder Jahrzehnte zusammengetragen. Natürlich ist es Jedermanns gutes Recht, Kunst auf diese Weise zu verkaufen. Aber klar ist: Diese solcherart zerrissenen Sammlungen wird man nie mehr im Zusammenhang sehen. Jeder weitergehende Begriff von „Sammlung“ verflüchtigt sich dabei. Und viele der Werke, die so verkauft werden, gehen der Öffentlichkeit wesentlich verloren.  ... weiterlesen

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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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