Paul McCarthys (sehr, sehr dreckige) Ausstellung im Armory

24.06.2013

Vergangene Woche wurde Paul McCarthys gebäudefüllende Video- und Skulptureninstallation im Park Avenue Armory eröffnet. Man sieht darin Schauspieler, manche kostümiert, andere nicht, die Disney-Figuren wie Schneewittchen und die Sieben Zwerge darstellen. Ein Zwerg heißt „Too Happy“ (Zu Glücklich); ein anderer, der offenbar mit einem Brathühnchen kopuliert, heißt "Humpey (Humper)." (Rammler). Ein knopfnasiges, nacktes Schneewittchen murmelt unverständlich vor sich, wäscht den Mund des Walt-Disney-Darstellers aus, und die männlichen Darstellern dieses abgedrehten Alptraums belästigen sie sexuell. Einer davon sieht sogar aus wie ein Pornodarsteller und treibt Obszönes mit einer nackten Gummipuppe.

Zuverlässig wie ein Uhrwerk hat die "New York Post" – die Sarah Palin unter den Zeitungen – schon alle Boulevardregister in zwei ätzenden Artikeln über McCarthys Ausstellung gezogen (einer vorgeblich ein sachlicher Bericht, der andere eine Meinungskolumne). Schockiert und abgestoßen konnte sich die Autorin des einen gar nicht mehr einkriegen, und nannte die Installation „durchgedreht, verkommen und schlichtweg dreckig“. Vor allem schien es sie aufzuregen, dass wir 15 Dollar dafür zahlen sollen. Der andere Autor (oder die andere Autorin) jammerte: „Wo ist Rudolph Giuliani, wenn wir ihn brauchen“ und erwähnte in der recht kurzen Kolumne nicht weniger als zwanzig Mal Steuern und Steuerzahler. Er oder sie hat sich fürchterlich darüber aufgeregt, dass McCarthy „den amerikanischen Traum und seine geliebten Ikonen verhöhnt“. Wie kann er nur! Bei der "Post" weiß man eben, wie man seine Leute abholt.  ... weiterlesen

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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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