Ed Ruschas bemerkenswerte Sicht auf Alte Meister

09.05.2014
Giovanni Bellinis „Der heilige Franziskus in Ekstase" (ca. 1480)
Giovanni Bellinis „Der heilige Franziskus in Ekstase" (ca. 1480)

Ich habe fast alles, was ich über Kunst weiß, beim Betrachten von Kunst und Selbstgesprächen gelernt, oder indem ich Künstlern zugehört habe, wenn sie über Kunst redeten. Ein Künstler kennt nur die Perspektive der eigenen Arbeit und seine eigenen Vorstellungen von Kunst. Für ihn existieren Höhlenmalerei und Courbet innerhalb desselben ästhetischen Bezugsrahmens. Meistens kümmert er sich nicht weiter um die kunsthistorischen Details, Hintergründe, biografischen Informationen oder den Konsens der Kritik. (Luc Tuymans sprach vor kurzem im großartigen Wiener Kunsthistorischen Museum über gescheiterte Gemälde in dessen Sammlung.)

Der selbstbezogene Blick kann dabei zugleich sehr eng und begrenzt und trotzdem ausgesprochen befreiend und anregend sein: völlig subjektiv, manchmal idiotisch, jenseits von richtig oder falsch. Ein eloquenter oder kluger Künstler kann uns Werke, die wir schon hundert Mal gesehen haben, auf ganz unerwartete Weise neu erschließen – und dann übernimmt man diese Einsichten.  ... weiterlesen

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Unser Mann in New York: Jerry Saltz ist Chefkritiker des renommierten "New York Magazine" und wurde bislang dreimal für den Pulitzerpreis nominiert. Der "Observer" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten New Yorkern. Monopol veröffentlicht seine Texte exklusiv in deutscher Sprache
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