Fotografie – ein allgegenwärtiges Medium

19.04.2015
Yann Arthus Bertrand/ CNN International
Yann Arthus Bertrand/ CNN International

Mehr als jedes andere Bildmittel hat die Fotografie unsere Wahrnehmung der Welt geprägt und unser Verhältnis zur Wirklichkeit verändert. Sie ist ein allgegenwärtiges Medium, das beinahe jeder von uns nutzt – was nicht bedeutet, dass es gleich zur Kunstform wird.

Der französische Fotograf Yann Arthus Bertrand nominiert in dieser Folge von "Ones To Watch" zwei völlig unterschiedliche Talente der Branche: Den Dokumentarfotografen Richard Mosse und Nicolas Henry, den Meister der inszenierten Fotografie.  ... weiterlesen

"Kunst ermutigt Menschen": Antony Gormley über Bildhauerei

09.04.2015
Antony Gormley "Angel of the North" (Bild: CNN International)
Antony Gormley "Angel of the North" (Bild: CNN International)

Der "Engel des Nordens" ist zu einem wahren Symbol von Gateshead in England geworden – was ist das für ein Gefühl? Hatten Sie das vor Augen, als Sie zum ersten Mal daran dachten, die Skulptur dort zu errichten, wo sie heute steht?

Auf gar keinen Fall. Der "Engel des Nordens" war ein Experiment. Ich dachte immer, dass es ein Objekt des Übergangs für eine Gemeinde in der Krise sein würde, für eine Gemeinde, die versuchte, den Übergang vom industriellen ins Informationszeitalter zu schaffen. Etwas, mit dem sie ihre Vergangenheit feiern, aber zugleich ihr Recht auf eine Zukunft zum Ausdruck bringen würde. Dafür wurde die Skulptur errichtet und das finde ich ermutigend. Es lässt vermuten, dass Kunst eine gesellschaftliche Funktion jenseits des Gedenkens haben kann; dass sie Menschen dabei helfen kann, sich mit ihren Hoffnungen und Ängsten auseinanderzusetzen.

In den letzten Jahren häufen sich Beispiele dafür, dass öffentlich gezeigte Kunst verkauft wird. Warum ist es wichtig, dass wir öffentlich gezeigte Kunst schützen? Worin liegt der Wert, wenn wir diese Werke verlieren?

Der Wert liegt offensichtlich darin, sie zu behalten. Es ist Fakt, dass "Möbel für die Fantasie", also Dinge die nicht Autobahnbrücken, Straßenlaternen oder Briefkästen sind, es uns ermöglichen, die Welt mit anderen Augen zu sehen und uns unsere Fähigkeiten zur Einkehr, Meditation und Vorstellungskraft ins Gedächtnis zu rufen. Wir sind nicht alle Maschinen, die hier sind, um zu arbeiten, alt zu werden und zu sterben. Wir sind hier, um für uns und für andere eine Zukunft zu schaffen. Kunst ermutigt Menschen zu einem Gefühl der Partizipation, indem sie das Antlitz einer Momentaufnahme der Welt verändert. Kunst ist politisch und ein Ausdruck eigener und kollektiver Überzeugung.

Können Sie drei Beispiele für Ihre liebsten öffentlich ausgestellten Kunstwerke nennen?

Wenn wir damit Dinge meinen, die es "da draußen" gibt, wären es vermutlich alles antike Werke. Ich liebe die Pyramiden, das Pantheon und den Ring von Brodgar auf den Orkneys. Aber ich liebe auch das Messingstück, das auf der High Street von Wells, Somerset, liegt, das den Weltrekordsprung der britischen Athletin Mary Rand symbolisiert, der ihr olympisches Gold einbrachte. Ich liebe den Postman’s Park in London, der von George Frederic Watts gegründet wurde und wo Terrakottaplatten Heldentaten feiern. Ich finde Walter De Marias "Vertikalen Erdkilometer" (1977) auf dem Friedrichsplatz in Kassel toll. Das ist eine Messingscheibe mit fünf Zentimetern Durchmesser, die ins Pflaster eingelassen wurde und einen Kilometer tief in die Erde ragt. All diese Orte, die einen auf eine neue Weise denken und fühlen lassen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft – an welchem Projekt arbeiten Sie als nächstes?

Ich arbeite zurzeit an einer Ausstellung mit über 100 Skulpturen, die Ende April auf dem Gelände der Forte di Belvedere in Florenz zu sehen sein wird. Hier bietet sich die Gelegenheit, das Verhältnis zwischen Schönheit und Angst zu überdenken – befindet sich der befestigte Hügel doch genau gegenüber der Altstadt aus der Renaissance, die sich wie eine Art Ideal vor einem erstreckt. Wir neigen dazu, die im 15. Jahrhundert allgegenwärtige Wahrscheinlichkeit, eines gewaltsamen Todes zu sterben, zu vergessen. Dennoch entstand die großartige Kunst von Fra Angelico in genau diesem Kontext. In unserer eigenen Zeit bewundern wir die großartige Malerei und die abstrakten Werke von Richter, aber gewaltsamer Tod findet überall um unser ziviles Leben herum statt.

Denken Sie, dieses Kunstwerk ist immer noch zugänglich? An welche Grenzen stoßen Menschen, wenn sie auf neue Kunstwerke treffen?

Glücklicherweise ist die dunkle Phase der Kunst vorüber. Zwei Dinge sind geschehen: Erstens sind Menschen generell vertrauter mit zeitgenössischer Kunst und deshalb eher fähig, sie als das zu betrachten, was sie ist. Zweitens interessieren sich Künstler mehr für Themen aus dem wahren Leben. Diese beiden Entwicklungen haben das Feld der Kunst überlaufener gemacht. Ich finde das großartig. Manche haben immer noch Angst davor, nicht zu wissen, wie man richtig reagiert, aber jede Form der Kunst dient als Resonanzboden und wenn wir sie dazu nutzen können, uns selbst bei der Wahrnehmung wahrzunehmen, kann all diese Angst von uns fallen. Es bleibt die Frage: "Wie fühle ich mich dabei, mit diesem Objekt, dieser Darstellung, diesem Ding einen Raum zu teilen?" Und jeder von uns hat seine ganz eigene Antwort auf diese Frage.

Welche Herausforderungen gilt es zu meistern, wenn Sie sich an die Arbeit machen?

Die größte Herausforderung im Leben eines Künstlers ist es, gut vorbereitet zu sein. Kunst an sich zu schaffen, bedeutet Freude. Aber die Bedingungen dafür schaffen, in denen Kunst geschaffen werden kann, das ist die wichtigste Verantwortung, die ein Künstler in seinem Leben trägt. Wenn Erfindungsgeist auf ein gut vorbereitetes mindset trifft, lässt sich mit Bildhauerei, sei es in der Herstellung einer Situation oder in der Herstellung einer Struktur, Bedeutung generieren. Dabei ist der Grad des Verständnisses für den sozialen, geologischen und politischen Kontext des Ortes, wo das Werk entstehen soll, entscheidend. Das Wunderbare ist, dass die Menschen mir sehr dabei helfen, dass das funktioniert.

Wie stehen Sie zu den Materialien, mit denen Sie arbeiten? Gibt es spezielle Materialien, mit denen Sie besonders gerne arbeiten?

Ich liebe es, mit Eisen zu arbeiten. Eisen ist konzentriertes Erdmaterial. Es besteht aus dem, was im Herzen des Planeten vorzufinden ist. Wenn man 3.000 Kilometer weit genau nach unten geht, findet man flüssiges Eisen. Eisen ist es, das diesen Klumpen an allerlei Sachen sich im Raum und in einem magnetischen Feld drehen lässt und was dafür sorgt, dass er in seiner Laufbahn bleibt. Es ist gut Eisen für Formen zu nutzen, die der Zeit trotzen sollen.

Auf welches Kunstwerk sind Sie besonders stolz?

Diese Frage kann ich nicht beantworten. Worauf ich besonders stolz bin, ist, dass ich in einer Gemeinschaft mit Kreativen arbeiten kann, die Dinge herstellen, die es so noch nie zuvor gab.

Was macht eine erfolgreiche Skulptur aus?

Eine erfolgreiche Skulptur muss überraschen, wenn man ihr zum ersten Mal begegnet. Zugleich muss es sich aber anfühlen, als wäre sie schon immer da gewesen. Dass sie an ihren Platz gehört. Wenn man sich nicht an den Ort ohne das Objekt oder das Objekt ohne den Ort erinnern kann, dann ist sie erfolgreich.

In CNNs monatlicher Kunst- und Kultursendung "Ones to Watch" spricht Antony Gormley über seine Skulpturen und aufstrebende junge Kunstschaffende: 

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CNN "Ones to Watch" im März – Die kleinsten und die verrücktesten Skulpturen der Welt

26.03.2015
Jonty Hurwitz' Nonoskulptur "Trust" (© CNN International)
Jonty Hurwitz' Nonoskulptur "Trust" (© CNN International)

Die bahnbrechenden Entwicklungen der Bildhauerei des 21. Jahrhunderts haben diese Kunstform weit weg geführt von ihren Ursprüngen. Damals waren die Schnitzereien aus Bronze und Marmor stark an die Natur angelehnt. Heute geht es dabei um Ideen. Alltagsobjekten wird eine künstlerische Dimension zugeschrieben und die Wissenschaft wird an ihre Grenzen gebracht, um visuelle Meisterwerke zu schaffen. Manchmal sind sie ehrfurchteinflößend, manchmal rätselhaft, aber der Kunstmarkt wächst und die Galerien sind voll.

Diesen Monat steht in CNN Internationals "Ones to Watch" die Kunst des dreidimensionalen Raumes im Mittelpunkt. CNN Zuschauer erfahren dabei, welche Künstler das Handwerkszeug dazu haben, zu den nächsten Meistern der Szene zu werden. Chris Dercon, Direktor der Tate Modern, und die anerkannte britische Kunstkritikerin Estelle Lovatt nominieren diesen Monat die aufsteigenden Stars am Firmament der Skulpturkunst: Abraham Cruzvillegas und Jonthy Hurwitz.

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Choreograf Frank Gatson über die ambitioniertesten Newcomer seiner Branche: Chris Grant und Lil Buck

16.02.2015
Chris Grant und Beyonce (Foto: CNN International)
Chris Grant und Beyonce (Foto: CNN International)

Die CNN Sendereihe "Ones to Watch" präsentiert aufsteigende Talente der kreativen Szene, die als die nächsten großen Namen in Kunst und Kultur gehandelt werden. Die Februarausgabe ist zwei Choreografen gewidmet, die Newcomer auf ihrem Feld sind.

Von Michael Jacksons gefeiertem Moonwalk der 80er Jahre bis hin zu Miley Cyrus’ umstrittenen Performances von heute: Schon immer haben Popstars die geheimen Moves von den Straßen amerikanischer Innenstädte geholt und sie in weltweit gefeierte Sensationen verwandelt. Diesen Monat beschreitet der legendäre Choreograf Frank Gatson für CNNs "Ones to Watch" den Pfad der Geschichte von Tanzschritten – von mit Graffiti übersäten Ghettos auf die tobenden Bühnen der Welt.

Frank Gatson tanzte einst mit Michael Jackson und arbeitet heute für Megastars wie Tina Turner, Mariah Carey, Kanye West, Rihanna, Shakira und Usher Choreografien aus. Nicht zuletzt ist er der Künstler, der für die unvergessenen Bewegungsabläufe in Beyonces Kultvideo "Single Ladies" verantwortlich ist.

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David Adjaye kürt die besten Newcomer der Architektur-Szene und Daniel Libeskind führt durch sein neuestes Kunstwerk

13.01.2015
David Adjaye (Foto: CNN International)
David Adjaye (Foto: CNN International)

Die CNN Sendereihe "Ones to Watch" präsentiert aufsteigende Talente der kreativen Szene, die als die nächsten großen Namen in Kunst und Kultur gehandelt werden. Die erste 2015-Ausgabe ist zwei Newcomern der Architekturbranche gewidmet.

Von den Tempeln des antiken Griechenlands bis hin zur futuristischen Skyline von Dubai steckt hinter jedem Bauprojekt der Erde ein kreativer Geist – sein Architekt. Heutzutage kämpfen Architekten darum, unsere Vorstellungen von Ästhetik mit dem Bedürfnis nach Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Globales Bevölkerungswachstum und empfindliche Umweltbedingungen verändern die Art und Weise, wie Architekten Designs erstellen.

Im Januar benennt der international tätige Architekt David Adjaye für CNNs "Ones to Watch" seine Favoriten der Architekturbranche. Adjaye entwarf unter anderem das Nobel-Friedenszentrum in Oslo, die Moscow School of Management in der russischen Hauptstadt und sein bisher prestigereichstes Projekt: den neuen Bau des Smithsonian National Museum of African American History and Culture in Washington D.C.. Seine Bauwerke sind auf vier Kontinenten verteilt und geprägt von seinen multikulturellen Wurzeln: Als Kind ghanaischer Eltern wurde er in Tansania geboren, wuchs im Nahen Osten auf und lebt derzeit in London. David Adjaye ist in der ganzen Welt zu Hause und daher der ideale Kandidat dafür, CNNs "Ones to Watch" der Architekturszene zu bestimmen.


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Street-Art-Künstler Shepard Fairey und Steve Lazarides und ihre "Ones to Watch": POSE, Shamsia Hassani und Vhils

16.12.2014
CNN Ones to Watch: Shepard Fairey "We Own the Night" @Art Alliance - Chicago
CNN Ones to Watch: Shepard Fairey "We Own the Night" @Art Alliance - Chicago

Die Dezember-Ausgabe von "CNN Ones to Watch" ist der Straßenkunst gewidmet und bietet Einblicke in eine Subkultur, die dabei ist, sich zu einem Multi-Millionen-Dollar-Geschäft zu entwickeln.

Der Amerikaner Shepard Fairey wurde durch sein "Obama Hope"-Poster zu einer Legende. Steve Lazarides, der einstige Kollege des britischen Straßenkünstlers Banksy, ist heute als Kunsthändler tätig. Die beiden verraten den CNN Zuschauern die Namen der kühnsten Aufsteiger der Szene.

Straßenkünstler wie Shepard Fairey haben ihr Leben damit verbracht, Kunst zu kreieren, die meistens kurz darauf wieder zerstört wird. Seiner Meinung nach ist das der Grund, weswegen Graffiti- und Straßenkünstler eine eigenwillige Persönlichkeit benötigen, um erfolgreich zu werden. "Ich denke, dass herausragende Straßenkünstler hartnäckig sein müssen und einen starken Willen aufbringen müssen. Denn ihnen muss bewusst sein, dass ihr Werk in kurzer Zeit wieder entfernt werden kann; sie müssen akzeptieren, dass ihre Art der Kunst vergänglich ist."

Die drei Künstler, die Shepard Fairey und Steve Lazarides als ihre "Ones to Watch" herausgesucht haben, beweisen allemal Hartnäckigkeit und starken Willen. Unter ihnen der Amerikaner POSE, die afghanische Graffiti-Künstlerin Shamsia Hassani und der portugisische Streetartist Vhils.

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Im Porträt: DJ Armin van Buuren

11.11.2014
 DJ Armin van Buuren (Foto: CNN International)
DJ Armin van Buuren (Foto: CNN International)

In der November-Ausgabe von "One To Watch" geht es um elektronische Tanzmusik, dem weltweit am stärksten wachsenden Musikgenre, das jährlich mehr als sechs Milliarden US-Dollar Gewinn verbucht, und um den niederländischen DJ Armin van Buuren. Er ebt seit mehr als 15 Jahren in seinem eigenen Rhythmus, der ihm internationalen Erfolg eingebracht hat. In der unter Kritikern sehr anerkannten Top-100-Liste des Magazins ‘DJ Mag’ erreichte er fünfmal Platz eins – ein untrügliches Zeichen für die Treue seiner Fans.

Van Buurens eigene Radio-Show ‘A State of Trance’ erreicht jede Woche 20 Millionen Zuhörer. Aktuell feiert der Künstler den 13. Geburtstags seiner Sendung mit der "New Horizons"-Welttournee. Seine Singles, Alben und Compilations eroberten die Charts rund um den Globus und bringen ihm eine ganze Reihe von Awards ein. Sein Song "Save my Night" wurde zur offiziellen Hymne von Heinekens Kampagne "Dance More, Drink Slow". "This Is What It Feels Like" wurde nicht nur für den Grammy nominiert, sondern brachte van Buuren unter anderem in Kanada, den Niederlanden, Großbritannien, Australien und Italien enorme Verkaufszahlen ein. Das Musikvideo "In and Out of Love" erhielt mehr als 140 Millionen Views und wurde so zu einem der meistgesehenen YouTube-Videos aller Zeiten.     ... weiterlesen

Im Porträt: Jonathan Yeo

15.10.2014

In der ersten Episode der Sendung "Ones To Watch" geht es um Porträtmalerei. Dem Künstler Jonathan Yeo sitzen hochrangige Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, Politik und Zeitgeschehen Modell: unter ihnen die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, der ehemalige Premierminister Großbritanniens Tony Blair und Filmstars wie Kevin Spacey, Sienna Miller und Nicole Kidman. In "Ones to Watch" gewährt er einen seltenen Einblick in sein Atelier, spricht über die Herausforderung, Menschen zu porträtieren und berichtet über die subtile Dynamik, die zwischen Künstler und Modell entsteht. Während der Sendung malt er die spanische Balletttänzerin Tamara Rojo, die das English National Ballet in London leitet und dort Tänzerin ist.

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In der neuen Sendung "Ones to Watch" begleitet CNN International Künstler aus verschiedenen Disziplinen – vom zeitgenössischen Tanz, klassischer Musik, über Malerei, Architektur bis hin zur Filmproduktion. Als anerkannte Meister ihres Handwerks sprechen sie über ihre Entwicklung, liefern Einblicke in ihre Arbeit, geben eine Prognose über die Zukunft ihres Berufsstands ab und liefern Insider-Informationen über die Kunstszene. Monopol Online zeigt "Ones To Watch" exklusiv in Deutschland
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