11.11.2011 - 20.12.2011

Peter Riss

"Die von Peter Riss angefertigten Malereien, Holzarbeiten und Installationen zeichnen sich durch einen nahezu exzessiven Ästhetizismus aus: glänzende Lackoberflächen, welche den Ausstellungsraum ebenso wie den Betrachter widerspiegeln, in gold getauchte, menschliche Skelette und harsche Neonröhren sind Bestandteile seiner Bilderwelt. Zunächst mutet Peter Riss’ künstlerische Sprache wohl etwas selbstgefällig und eitel an, doch ist es eben jener Gestus des übermäßigen Ästhetizismus, der die inhärente destruktive Kraft der Schönheit preisgibt. In der Manier eines Dorian Gray demaskiert der Künstler das Ideal apollinischer Schönheit, indem er Bilder der Verzweiflung und der Einsamkeit in die glänzenden Lackoberflächen ritzt. Der Betrachter ist vielleicht geneigt an den berüchtigten Mythos von Apoll und Marsyas zu denken: Der Satyr Marsyas wagte es den Gott Apoll zu einem musikalischen Wettbewerb herauszufordern; Apoll als Gott der Künste gewann die Wette und strafte Marsyas für seinen Hochmut indem er ihn häutete. Dieser Mythos verwebt auf geschickte Weise das dualistische Konzept apollinischer Schönheit und destruktiver dionysischer Kräfte, welches das gesamte Werk Peter Riss’ durchzieht: organische Formen kollidieren mit strengen, kubischen Formen und Linien, minimalistische Abstraktion kollidiert mit überbordender Figuration. Im Spielraum dieser Gegensätzlichkeiten etabliert Peter Riss seine sehr eigene künstlerische Vision. Stilistisch gesehen erinnern die Werke des Künstlers, aufgrund ihrer Raumbestimmenden Struktur an Mondrian wie auch an traditionelle japanische Architektur.

Die Arbeiten mit denen Peter Riss die Räume unserer Galerie bespielt, erzeugen eine einzigartige Erfahrung, in der sich der Betrachter scheinbar zwischen widerstreitender Ästhetiken (organische Formen – kubische Formen) und Philosophien (das Apollonische Kulturkonzept: der übergreifende klare Struktur der Installation sowie die glänzende Materialität – das dionysische Chaos der Natur: Knochen etc.) wiederfindet.

Peter Riss offenbart den verzweifelten Versuch einer Gesellschaft die Natur zu bezwingen und doch kann man sie nicht negieren, macht sie sich doch in den kruden Knochen und den Fehlerhaftigkeiten auf den glänzenden Oberflächen bemerkbar.

Anlässlich der Ausstellung hat Peter Riss eine Plastik in limitierter Auflage geschaffen, die zur Eröffnung in der Galerie gezeigt wird."

(Quelle: Pressetext Galerie Andreas Grimm) 

 
Vernissage am 10.11.2011 ab 19:00 Uhr
Andreas Grimm
Andreas Grimm München

Andreas Grimm

Türkenstrasse 11

80333 München

Tel: +49 (0) 89 / 38 85 92 40

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Web: http://www.andreasgrimmgallery.com

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Sa 11 - 14 Uhr

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