13.01.2012 - 29.02.2012

Fumie Sasabuchi

"In der Ausstellung werden neue Gemälde und Skulpturen gezeigt. Die Künstlerin wurde 1975 in Tokio geboren und studierte von 1995 – 1999 an der renommierten Tama Art University (Tokio), ehe Sie dann von 2000 – 2006 an die Akademie der Bildenden Künste in München wechselte. Fumie Sasabuchi lebt und arbeitet in Berlin.


Ein zentrales Thema der Künstlerin ist der immer wiederkehrende weibliche Körper. Legte Sie in früheren Arbeiten die Innereien und Knochen weiblicher Models bloß, indem Sie diese mit Kugelschreiber auf retuschierten Modephotographien einbeschrieb, so bettet Sie ihre Frauenfiguren nun in ein kosmisches Gefüge ein. Anonymisierte Frauengestalten stehen in surrealistischen Landschaften und werden mit himmlischen Gestirnen verschmolzen und zu scheinbar kolossalen, beinah monströsen Wesenheiten überformt. Dennoch bleiben Sasabuchis ätherische Figuren stets auch verletzliche und im doppelten Sinn organische Wesen, so beachte man beispielsweise die einbeschriebenen Lungenflügel der „Mondfrau“. Die Bildwelten der Künstlerin speisen sich dabei aus unterschiedlichen Quellen, zum einen aus Filmen, insbesondere Fritz Langs „Metropolis“ ist hier zu nennen, zum anderen aus Werken der Surrealisten. Letzteren steht Sasabuchi auch aufgrund ihrer schwer zu deutenden Bildinhalte nahe, werfen Ihre Bilder doch mehr Fragen auf, als sie beantworten: Was wollen diese Frauen? Sind sie ein Symbol der Stärke, der Schwäche oder gar beides? Handelt es sich um einen überholten Romantizismus oder um eine akkurate Wiedergabe weiblicher Identität im 21. Jahrhundert? Wenngleich die Bilder keine eindeutigen Antworten geben, so sind sie doch bereits insofern erfolgreich, als dass sie den Betrachter dazu bringen sich mit immanent wichtigen Fragen über Geschlechtlichkeit auseinanderzusetzen. 


Deutet sich in den Frauenbildern bereits eine Hinwendung zum Surrealismus an, verweisen die weiteren Ausstellungsexponate auf die italienische Ausformung der surrealistischen Strömung: die Pittura Metafisica. Der isolierte Puppenkopf wie auch die geometrische Wiedergabe des „Sehapparates“ beziehen sich eindeutig auf die Kunst Giorgio de Chiricos. Doch wie liest man nun jenes Bild, das sich scheinbar so gänzlich von den anderen unterscheidet? Die Pittura Metafisica bemühte sich um eine ewig währende Kunstsprache, einen zeitlosen Stil. Bedenkt man nun das Anliegen der metaphysischen Maler, so lässt sich vielleicht durchaus ein Zusammenhang zu den Frauenbildern Sasabuchis herstellen und das ganze erscheint als ironischer, fast schon zynischer Kommentar auf die Beschränktheit des menschlichen Auffassungsvermögens. In der Geschichte der Kunst wurde der Betrachter immer wieder mit zwei divergenten Frauengestalten konfrontiert: die reine, schöne, tugendhafte Frau oder das sündhafte, monströse Weib. Im Werk Fumie Sasabuchis scheint diese Unterscheidung aufgehoben zu sein, ihre Frauengestalten sind weder Madonnen noch Furien, sie sind beides und nichts, sie sind undefinierbar, ungreifbar."

(Quelle: Pressetext Galerie Andreas Grimm)

 
Vernissage am 12.01.2012 ab 19:00 Uhr
Andreas Grimm
Andreas Grimm München

Andreas Grimm

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80333 München

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Web: http://www.andreasgrimmgallery.com

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