08.06.2012 - 31.07.2012

BJÖRN WALLBAUM - "THE BLACK AND THE WHITE THEORIES"

"ANDREAS GRIMM MUNCHEN freut sich Ihnen die erste Einzelausstellung Björn Wallbaums in unserer Galerie zu präsentieren. Der 1978 in Freiburg im Breisgau geborene Künstler, absolvierte 2011 sein Diplom an der Akademie der Bildenden Künste in München. Björn Wallbaum lebt und arbeitet in Berlin. 
Die Ausstellung setzt sich aus zwei Werkserien zusammen, die Björn Wallbaum zwischen 2009 und 2011 schuf: The Black and White Theories. Sujet der ausgestellten Photographieserie White Theories ist der moderne Ausstellungsraum an sich, der sogenannte White Cube. Seit den 1920er etablierte sich in der Kunstwelt das Konzept eines, auf das Essentiellste reduzierten Ausstellungsraumes, welcher den gezeigten Kunstwerken größtmögliche Entfaltungsfreiheit geben soll. Björn Wallbaum bezeichnet den White Cube dabei als einen pseudo-sakralen Raum, welcher die ausgestellten Werke, ganz im Sinne von Marcel Duchamps „Fountain“ allein durch ihre Exposition zur Kunst erhebt. Wallbaums Werk beschäftigt sich dabei ebenso mit der Frage nach dem Wesen der Kunst an sich, wie auch nach ihren inszenatorischen Praktiken. In postmodernistischer und selbstreflexiver Manier erhebt der Künstler in seinen Photographien den Ausstellungsraum selbst zum Bildmotiv und gelangt dabei zu abstrakten Licht- und Schattenarchitekturen. Das photographische Auge Wallbaums belebt den eigentlichen Nicht-Raum des White Cubes und offenbart damit gleichzeitig auch dessen inhärente Widersprüchlichkeit:
„Und hier täuscht das Umfeld des White Cube eine Neutralität und scheinbare Objektivität vor, wo in Wahrheit keine ist – ein Ausschluss der äußeren Ablenkung, der die Konzentration auf das Werk ermöglicht. Doch trägt jeder Besucher sein eigenes Innerstes in diesen letztendlich von ihm selbst zu besetzenden Raum.“ (Anna Jill Lüpertz im Bezug auf Jonathan Creyes Buch „Aufmerksamkeit – Wahrnehmung und moderne Kultur“)
Die zweite ausgestellte Werkserie The Black Theories ähnelt in formaler Hinsicht den White Theories, wendet den Blick allerdings ab vom White Cube und hin zur für Film- und Videoprojektionen abgedunkelten Black Box. Wallbaum setzt dabei das gleißende Blitzlicht seiner Photokamera dem Projektionslicht entgegen. Die eigentliche Projektion wird durch Wallbaums Verfahren beinah komplett negiert, und betont umso mehr den Raum an sich. Die mystische Dunkelheit der Black Box weicht einem harschen, klinischen Licht, und offenbart die Mechanismen der Videoprojektionen. Ähnlich wie bei den White Theories gilt Wallbaums photographisches Interesse weder der Kunst noch dem Film, sondern dem Raum als Projektionsfläche für das Innenleben des Betrachters.
Das Werk Björn Wallbaums kann gerade aufgrund seines selbstreferentiellen Charakters als Meta-Kunst verstanden werden, also als Kunst über die Kunst. Gleichzeitig gewährt Wallbaum dem Betrachter doch auch größtmöglichen Freiraum für individuelle Kontemplation, und greift somit auch wieder den Grundgedanken des White Cubes auf: Die Projektion des eigenen Innersten auf die Außenwelt."

(Quelle: Pressetext)

 
Vernissage am 06.06.2012 ab 19:00 Uhr
Andreas Grimm
Andreas Grimm München

Andreas Grimm

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80333 München

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