26.09.2009 - 17.01.2010

Angelika Hoerle | Komet der Kölner Avantgarde

Angelika Hoerle "Mann mit Auge entfernt", 1921, Fick-Eggert Collection, Art Gallery of Ontario, courtesy Museum Kudwig, Köln
Angelika Hoerle "Mann mit Auge entfernt", 1921, Fick-Eggert Collection, Art Gallery of Ontario, courtesy Museum Kudwig, Köln

"Angelika Fick Hoerle (1899-1923) starb früh nach einem harten Leben. Trotz ihrer Jugend hinterließ sie ein viel versprechendes künstlerisches Erbe. Sie erlebte den Ersten Weltkrieg, die Novemberrevolution und Dada, die allesamt Einfluss auf sie ausgeübt haben, und entwickelte künstlerische Ausdrucksformen, die auf den Surrealismus und die Kölner Progressiven vorausweisen.
Angelika Hoerles Wohnung in Lindenthal, das „dadaheim", diente als Versammlungsort und beherbergte den Schloemilch Verlag, der Fiat Modes von Max Ernst und die internationale dadaistische Zeitschrift Die Schammade herausbrachte. Angelika Hoerle - ihre Freunde gaben ihr den Spitznamen "Dada Angelika", eine Tageszeitung nannte sie die deutsche Meisterin des Dada - gehörte zu den Mitbegründern der Gruppe Stupid und war, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Martha Hegemann, ein Sprachrohr der Frauen. Als sie mit 22 Jahren an Tuberkulose starb, beglich ihr Bruder, Willy Fick, die Mietschulden für die Wohnung, in der sie seit Herbst 1922 allein gelebt hatte; er wollte ihre Sachen retten. Willy Fick versteckte die Werke von Angelika und die ihrer politisch engagierten Freunde vor den Nationalsozialisten, die solche Künstler als „entartet" bezeichnet haben.
1967 entdeckte Angie Littlefield, die Kuratorin unserer Ausstellung und eine Großnichte der beiden Künstlergeschwister, in Ficks Gartenhäuschen in Köln-Vogelsang diese kostbare Zeitkapsel aus der Kölner Künstlerszene der Jahre 1919 bis 1923. Das künstlerische Werk von Angelika Hoerle, erzählt eine packende persönliche Geschichte voller Leidenschaft und Humor. Die Ausstellung erforscht die künstlerischen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen während der ersten Tage der Weimarer Republik. Vor allem aber eröffnet sie einen spannenden neuen Blick auf Kölns Kunstgeschichte aus der Perspektive einer jungen, politisch engagierten Künstlerin.
Die Ausstellung wurde von der Art Gallery of Ontario, Toronto, Kanada organisiert."
(Pressetext: Museum Ludwig)

 
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