20.09.2009 - 17.01.2010

Wilhelm Schmurr - Die Magie des Augenblicks Retrospektive zum 50. Todestag

Wilhelm Schmurr "Junges Leben", 2. Hälfte 1920er Jahre, Öl auf Hartfaser, 84,0 x 54,0 cm, Nachlass Wilhelm Schmurr, courtesy Clemens-Sels-Museum Neuss
Wilhelm Schmurr "Junges Leben", 2. Hälfte 1920er Jahre, Öl auf Hartfaser, 84,0 x 54,0 cm, Nachlass Wilhelm Schmurr, courtesy Clemens-Sels-Museum Neuss

"Eine Wiederentdeckung ist der Maler Wilhelm Schmurr auf jeden Fall: Immerhin war mancherlei detektivische Recherche vonnöten, um die 150 Werke zusammenzutragen, die bis zum 17. Januar in der Ausstellung Die Magie des Augenblicks im Neusser Clemens-Sels-Museum zu besichtigen sind. Doch im Grunde genommen ist das Œuvre des Künstlers heute, ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode, sogar noch mehr: eine wahrhaftige Entdeckung für jüngere Generationen, die noch nie von dem aus Hagen in Westfalen stammenden, in Düsseldorf zu Ruhm und Ehren gelangten Wilhelm Schmurr gehört, geschweige denn irgendetwas von ihm gesehen haben.

Schmurr fand seinen eigenen Stil »abseits des Wegs« – will sagen: Er kannte zwar sämtliche aktuellen Entwicklungen und Strömungen seiner Zeit, kannte die »Fauve«, hatte enge Kontakte zu den Rheinischen Expressionisten, zu den Kollegen vom »Blauen Reiter«, zu der Gruppe um Mutter Ey. Alle Gegenwärtigkeiten aber waren allenfalls dezente Anregungen, zu denen die besonderen Eigenschaften der großen Alten Meister vorbildhaft hinzutraten, um in kleinsten und vor allem großen bis übergroßen Formaten wieder ans Licht zu kommen, ein Licht und Leben freilich, das so, wie es auf den Bildern von Wilhelm Schmurr leuchtet, tatsächlich nur bei ihm zu finden ist.

Wilhelm Schmurr begann als Portraitmaler, erhielt schon früh renommierte Preise und schuf insbesondere während der jungen Jahre viele Auftragswerke für wohlhabende Bürger – weshalb auch die Zahl seiner Schöpfungen bis dato nur geschätzt werden kann. 889 Bilder zählt allein das aktuell bei der Letter-Stiftung erschienene Werkverzeichnis, doch es ist zu hoffen, daß sich im Zuge der gegenwärtigen Aktivitäten noch viele Schmurr-Besitzer mit dem Clemens-Sels-Museum oder der Stiftung in Verbindung setzen werden. Die Entdeckung einer fürwahr einzigartigen Stimme hat jedenfalls, so scheint es, überhaupt erst begonnen.

Geboren am 1. März 1878 in Hagen, wurde der beobachtungsfreudige junge Mann an der Düsseldorfer Akademie ausgebildet und bei den zahlreichen Reisen, die ihn nach London, Wien, Salzburg, Paris und Madrid führten, zu dem Individuum, das bald schon bemerkenswerte Erfolge erringen konnte. Erste Auszeichnungen erhält der junge Maler in Wien und Salzburg, wo er seine "Schönheit der Form" (eine leider verschollene Arbeit) und das Porträt des Malers Werner Heuser vorstellt. 1907 wird ihm für das Porträt seines Kommilitonen und lebenslangen Freundes Max Clarenbach die "Preußische Medaille in Gold" zuerkannt. 1956 schenkte er dieses Gemälde der Stadt Neuss. Bald danach gehört Schmurr zu den Gründungsmitgliedern des Sonderbundes, einer Ausstellungsgemeinschaft mit dem Ziel eines künstlerischen Zusammenwirkens von Künstlern und Publikum, dem bei internationalen Präsentationen der Zugang zu den aktuellen Strömungen der Zeit ermöglicht werden soll. Auch gehört Schmurr zu den Mitgliedern des Künstlervereins Malkasten, dem er bis zu seinem Tode im Jahre 1959 verbunden bleibt. Etliche Künstlergenerationen gehen während seiner zwanzigjährigen Tätigkeit an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf aus seiner Klasse mit einem profunden zeichnerischen Rüstzeug hervor."
(Pressetext: Clemens-Sels-Museum Neuss)

 
Clemens-Sels-Museum Neuss
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Am Obertor

41460 Neuss

Tel: +49 (0) 2131 / 904 142

Fax: +49 (0) 2131 / 902 472

Web: http://www.clemens-sels-museum-neuss.de

Öffnungszeiten

Di - Sa 11 - 17 Uhr

So/Feiertag 11 - 18 Uhr 

Eintrittspreise

Erwachsene 3,50 Euro

Ermäßigt 2,50 Euro

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