11.09.2010 - 23.10.2010

What a Difference a Day Makes

Aus der Ausstellung "What a Difference a Day Makes", Andreas Grimm, München
Aus der Ausstellung "What a Difference a Day Makes", Andreas Grimm, München

"Harold Ancart, Olivier Babin, Anna Ostoya, Erin Shirreff, Megan Francis Sullivan und Johannes Vogl.

ANDREAS GRIMM MUNCHEN freut sich, Ihnen die Eröffnung unserer Ausstellung 'What a Difference a Day Makes' über radikale und überraschende Positionswechsel - oder die Frage, wie sich Modelle der Vergangenheit unter veränderten Bedingungen in der Gegenwart neu erfinden anzukündigen. Kuratiert von Christopher Eamon.

'What a Difference a Day Makes' nimmt die Idee eines Bruchs innerhalb eines scheinbar kontinuierlichen historischen Verlaufs als Ausgangspunkt einer Ausstellung mit Arbeiten von jungen, aufstrebenden Künstlern verschiedener Kontexte. Der Gedanke bezieht sich ebenso auf globale Ereignisse wie auf solche einer vielmehr individuellen oder subjektiven Natur. Viele der in die Ausstellung integrierten Künstler greifen sowohl direkt wie indirekt auf klassische Herangehensweisen an die Kunst zurück und suggerieren damit gleichzeitig einen Bruch sowie eine Brücke zur wahrgenommenen Kontinuität. Die Künstler betrachten die Vergangenheit als Inspirationsquelle, nicht als Grundlage für Zitate oder ein ironisches Spiel von Referenzen, ihre Arbeiten nicht als Nachahmungen oder Folgeerscheinungen der Postmoderne. Traditionelle Methodik wird zu einem ergiebigen Territorium für die ausgewählten Künstler, deren Arbeiten sich ihrer Instrumentalisierung als Beiträge eines ästhetischen oder theoretischen Diskurses widersetzen.

Erin Shirreffs 'Signature'-Serie, inspiriert von einer Skulptur des Amerikaners Tony Smith, präsentiert sich als photographische Reproduktionen ihrer skulpturalen Arbeiten, welche als mit Buchabbildungen vergleichbare Bildtafeln gezeigt werden. Aufgrund ihrer Präsentation als ungebundene Einzelarbeiten einer Serie wirken sie wahllos zugeschnitten und fragmentiert.
Die Bildinhalte – vulkanische Eruptionen – der großformatigen Gemälde von Megan Francis Sullivan antworten mit Bildern von gewaltigen Naturkatastrophen auf die Ereignisse von 09/11. Während deren Bildqualität ihren Ursprung in einer Tageszeitung suggerieren, widersprechen ihre Größe sowie ihre materielle Präsenz jedem Bezug zum Bekannten.
Eine vergleichbare konzeptuelle Linie lässt sich bei den Arbeiten von Anna Ostoya ziehen, deren Relation auf On Kawaras „date paintings“ durch das intendiert dilettantische Äußere ihrer Collagen gestört wird und von der konventionellen modernen Ästhetik der Collage abrückt. Als Material jeder ihrer Arbeiten verwendet die Künstlerin Abbildungen einer einzelnen italienischen Tageszeitung. Komplementiert wird die Serie durch eine abgemalte Photographie einer Zeitungstitelseite, deren Gegenstand die Folgen eines Bombenanschlags auf einen Zugbahnhof im Jahr 1980 (das Bologna Massaker) darstellt. Stilistisch betrachtet befindet sich das Gemälde an der Schnittstelle zwischen metaphysischer Malerei und futuristischem Kubismus, was wiederum eine unbehagliche Spannung zwischen Ästhetik und der Theorie des konventionellen Umgangs mit der 'Realität' aufbaut.
Die in situ Installationen von Harold Ancart schöpfen die Möglichkeiten des Raumes in einem Maße aus, das eine Beziehung zu Fred Sandback vermuten ließe, während jedoch das Pigment sowie das tropfende schwarze Epoxid vielmehr ein dystopisches Gefühl des Betrachters wachruft als eine Formenanalyse. Die Zusammenarbeit des Künstlers mit Olivier Babin evoziert den Eindruck eines Dialogs mit minimalistischer Formensprache, provoziert allerdings in gleichem Maße die Empfindung einer konstanten Unsicherheit, da die Skulpturen einerseits die Wände zu stabilisieren scheinen, andererseits jedoch von ihnen scheinbar gestützt werden.
Johan Vogels spielerische Arbeiten, die aus vorgefundenen und nachlässig zusammen gebastelten Einzelteilen bestehen, werden demgegenüber von ernsten Themen untermauert. Seine Photo-Text-Arbeit 'Father and Son' thematisiert gewaltsame Reaktionen auf schmerzhafte persönliche Erfahrungen, wohingegen die Diapositiv-Arbeit 'Night' auf die Unerbittlichkeit des unaufhaltsamen Laufes der Zeit hinweist."
(Pressetext:
Andreas Grimm)

 
Vernissage am 10.09.2010 ab 18:00 Uhr
Andreas Grimm
Andreas Grimm München

Andreas Grimm

Türkenstrasse 11

80333 München

Tel: +49 (0) 89 / 38 85 92 40

Fax: +49 (0) 89 / 38 85 92 41

Web: http://www.andreasgrimmgallery.com

Öffnungszeiten

Do - Fr 13 - 18 Uhr
Sa 11 - 14 Uhr

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