10.09.2011 - 29.10.2011

Stefan Sandner | ACH...

"ANDREAS GRIMM MUNCHEN freut sich Ihnen die zweite Einzelausstellung des in Wien geborenen und arbeitenden Künstlers Stefan Sandner zu präsentieren, einem der wichtigsten, zeitgenössischen Vertretern aus Österreich. Die Ausstellung zeigt großformatige Malereien aus den Jahren 2009 – 2011.

Mit Eintritt in der Galerie sieht sich der Besucher den großformatigen Bildern Sandners gegenüber, die teilweise 200x290 cm großen Arbeiten wirken als seien es aufgeblähte Notizzettel, aufs Ewige konserviert in Acryl auf Leinwand. Bei den dargestellten Schriftstücken handelt es sich teilweise um Fundstücke oder aber auch Zitate, textuelle Readymades wenn man so will. Der Arbeitsprozess Sandners beginnt mit der wohlüberlegten Auswahl eines der gesammelten Fundstücke und ist der Anfangspunkt einer ästhetischen Aufwertung. Durch den Übertragungsprozess von Notizzettel auf Leinwand und deren immense Vergrößerung, erhebt Sandner diese scheinbare banale Ausschussware des alltäglichen Lebens in den Bereich der Kunst. Damit steht der Künstler sicherlich in der Tradition eines Marcel Duchamps und dessen Fountain aus dem Jahr 1917. Sandner kokettiert mit der Frage „Was ist Kunst?“ und offenbart, ähnlich wie Duchamp, den Charakter der Maskierung oder anders gesagt des Posierens in der Kunst. Versucht nun ein großformatiges Bild auf dem in krakeliger Schrift „Ach“ steht, sich als Kunst zu maskieren oder ist es tatsächlich Kunst? Und selbst wenn es lediglich eine Kunstmaskerade wäre, würde diese geschickte Unterwanderung es nicht gerade deswegen zur Kunst machen?

Neben der Frage nach dem künstlerischen Status seiner Arbeiten, stellt das Werk Stefan Sandners auch die Frage nach der Autorenschaft. Die auf Leinwände übertragenen Schriftstücke sind die geistigen Früchte bekannter wie auch unbekannter Autoren die sich Sandner aneignet. Dieser Umstand rückt den Künstler nunmehr auch in die Richtung der Appropriation Art, in deren Zentrum die Frage nach der Autorenschaft steht und die ganz im Zeitgeist der Postmoderne agiert indem sie zitiert oder gar kopiert. Sandner unternimmt bei dem Vorgang des Zitierens kleine Veränderungen, um die Texte seinen ästhetischen und kompositorischen Ansprüchen unterzuordnen. Ebenso wie in der Appropriation Art stellt sich dabei dann die Frage nach der Authentizität der Werke, einem der wichtigsten Schlagwörter in der Kunstwelt. Einerseits scheint Stefan Sandner durch das Eingreifen in die Texte dem geforderten künstlerischen Ästhetizismus zu dienen, doch gleichzeitig scheint er auch dessen Verderben heraufzubeschwören indem er jeglichen authentischen Anspruch negiert. Wie bereits Raimar Stangen in einem Ausstellungstext über Stefan Sandner festhielt, kann man dies durchaus als Kritik am Kunstmarkt verstehen, in der sich die Preise nach der Größe des Künstlernamens und des Objekts richten und nicht unbedingt nach deren künstlerischen Wert (Stangen, Raimar: 'The Mask As Mark As Masterpieve As...' iin: Stefan Sandner, Secesscion (ed.), Wien 2006).

Das Werk Stefan Sandners ist gewiss schwierig zu greifen, speist es sich doch aus derart vielen unterschiedlichen Strömungen wie der expressiven Abstraktion, der Konzeptkunst, der Appropriation Art sowie des Dadaismus, doch gerade aufgrund dieser Vielfältigkeit hat es auch das Potential eine schiere Anzahl an Diskussion und Interpretationen zu entfachen.

Stefan Sandner studierte an der Universität für angewandte Künste in Wien. Unter seinen zahlreichen Ausstellungen seit 1995 in London, New York, Luxemburg und Basel (Art Statements, 2008, Galerie Grita Insam, Wien), ist besonders die große Einzelausstellung in der Wiener Secession (2006) hervorzuheben, anlässlich derer ein Katalog erschienen ist."

(Pressetext: Galerie Andreas Grimm)

 
Vernissage am 09.09.2011 ab 18:00 Uhr
Andreas Grimm
Andreas Grimm München

Andreas Grimm

Türkenstrasse 11

80333 München

Tel: +49 (0) 89 / 38 85 92 40

Fax: +49 (0) 89 / 38 85 92 41

Web: http://www.andreasgrimmgallery.com

Öffnungszeiten

Do - Fr 13 - 18 Uhr
Sa 11 - 14 Uhr

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